Die gläserne Führungskraft
und das gläserne System
Die gläserne Führungskraft
und das gläserne System
Herausforderung und Chance zugleich
Führung befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Viele der bisher gültigen Modelle und Erfolgsrezepte – insbesondere das klassische Top-Down-Hierarchiemodell – haben lange Zeit Stabilität, Wohlstand und Innovationskraft ermöglicht. Doch in einer Welt, die durch VUCA (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität) und BANI(Brüchigkeit, Angst, Nichtlinearität, Unverständlichkeit) geprägt ist, stoßen diese Systeme zunehmend an ihre Grenzen.
Die Frage lautet: Wie führen wir in einer Welt, die immer weniger planbar und immer stärker von Disruption getrieben ist?
Vom Pyramidenmodell zur Kompetenzorientierung
Das traditionelle Führungsverständnis war über Jahrzehnte klar strukturiert: An der Spitze steht der CEO, darunter die verschiedenen Hierarchieebenen, begleitet von Kontrollgremien wie Aufsichts- oder Verwaltungsräten. Der Mitarbeiter ordnet sich ein, erfüllt Vorgaben, achtet Hierarchien.
Dieses Modell hat funktioniert – getragen von messbaren KPIs, deutscher Gründlichkeit, Ingenieurskunst und dem Willen, nach Zeiten des Mangels wieder Wohlstand zu schaffen. „Made in Germany“ war ein Qualitätssiegel.
Doch die Kehrseite dieses Systems ist ebenso sichtbar:
-
Überregulierung, zu viele Meetings, zu viele Abstimmungen.
-
Angst vor Fehlern und Konflikten.
-
Doppelbotschaften („Fehler sind willkommen“ – aber wehe, wenn sie passieren).
-
Fingerpointing statt Eigenverantwortung.
Das Ergebnis: gebremste Prozesse, verpasste Chancen und eine Kultur der Vorsicht statt des Mutes.
Die gläserne Führungskraft – Transparenz als Schlüssel
Heute sind Führungskräfte und Organisationen zunehmend „gläsern“. Entscheidungen, Kommunikation, sogar Haltungen sind leichter erkennbar und messbar – für Mitarbeiter, Stakeholder und Öffentlichkeit.
Gläsern zu sein bedeutet nicht Überwachung oder Kontrolle, sondern Vertrauen und Sichtbarkeit:
-
Offenheit bei Entscheidungen und Fehlern.
-
Klarheit in Kommunikation und Feedback.
-
Mut, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte zu führen.
-
Haltung zeigen – auch wenn es unbequem ist.
Die gläserne Führungskraft erkennt, dass Führung nicht mehr allein über Zahlen definiert werden kann, sondern über die Fähigkeit, Räume für Innovation, Co-Kreation und Eigenverantwortung zu schaffen.
Neue Schlüsselqualifikationen für Führung
Während früher Fachwissen oder Fremdsprachenkenntnisse ausreichten, sind heute andere Fähigkeiten entscheidend:
-
Selbstkompetenz
-
Reflexion, Lernbereitschaft, Übernahme von Verantwortung.
-
-
Sozialkompetenz
-
Konfliktfähigkeit, Teamorientierung, authentische Kommunikation.
-
-
Agilität & Klarheit
-
Schnelles Handeln, Orientierung geben, Komplexität reduzieren.
-
-
Mut & Innovationskraft
-
Fehler als Lernquelle nutzen, Freiräume schaffen, Eigeninitiative fördern.
-
Diese Fähigkeiten sind nicht „nice to have“, sondern überlebenswichtig für Organisationen, die im internationalen Wettbewerb bestehen wollen.
Vom Wissensriesen zum Handlungsgiganten
In vielen Unternehmen ist das theoretische Wissen über moderne Führung längst vorhanden. Es gibt Workshops, Handouts, Poster mit Leitbildern. Doch zu oft bleibt es bei Doppelbotschaften: Wissen wird proklamiert, aber nicht gelebt.
Die eigentliche Herausforderung lautet daher: Handeln!
Führungskräfte müssen den Mut finden, das Gelernte in den Alltag zu übersetzen – auch wenn es unbequem ist.
Oder, um Peter Drucker zu zitieren:
Fazit - Herausforderung und Chance zugleich
Die gläserne Führungskraft und das gläserne System sind kein Risiko, sondern eine große Chance. Sie machen sichtbar, ob wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, transparent zu kommunizieren und gemeinsam neue Wege zu gehen.
Führung bedeutet heute mehr als Zahlen und Ergebnisse – es geht darum, Vertrauen zu schaffen, Eigenverantwortung zu fördern und Innovationsräume zu öffnen. Wer sich diesem Wandel stellt, wird auch in einer VUCA- und BANI-Welt erfolgreich sein.
Oder wie Prof. Otto Scharmer es formuliert:
H1 RANK Consulting lädt Sie ein, Ihre eigene Standortbestimmung vorzunehmen – und den roten Faden Ihrer Führung neu zu definieren.
