Vom Befehlsempfänger 

zur Co-Kreation

Wie sich unser Denken über Führung verändert hat

Noch vor wenigen Generationen war es für viele selbstverständlich: Ein starker Führer sagt, wo’s langgeht – und wir folgen. Geprägt durch das Kaiserreich, die beiden Weltkriege und die damit verbundene autoritäre Kultur, war die Obrigkeitshörigkeit tief verankert. Führung wurde selten hinterfragt, war hierarchisch, top-down und meist von einer klaren Machtstruktur geprägt.

Was treibt diesen Wandel an? Was steckt hinter diesem Umdenken in der Führungskultur?

Es ist ein Zusammenspiel von innerem Bewusstseinswandel und äußeren Anforderungen. Der rasante Wandel wird durch die Akronyme VUCA (volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig) und BANI (brüchig, ängstlich, nichtlinear, unverständlich) beschreiben, deutlich und mahnend. Die ständige Veränderung fordert uns heraus, immer flexibler und anpassungsfähiger zu werden.

In diesem Kontext wird „agil“ zur neuen Norm. Teams müssen sich schnell anpassen können, sich selbst organisieren und kreativ Lösungsansätze finden. Führung muss sich wegbewegen von der alten Vorstellung der Autorität hin zu Agilität und Empowerment.

Gleichzeitig erleben wir die Bewegung des New Work: Mitarbeitende möchten nicht nur „funktionieren“ – sie wollen gestalten, ihre Stärken einbringen und einen echten Beitrag leisten. Sie suchen Sinn in ihrer Arbeit und eine tiefere Verbindung zu ihrer Organisation. Purpose ist nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern eine klare Erwartungshaltung.

Aber, wie bei jedem Wandel, gilt: It takes two to tango. Der Wandel gelingt nur, wenn beide Seiten mitgehen. Führungskräfte müssen bereit sein, Verantwortung zu teilenVertrauen zu schenken und nicht mehr alle Entscheidungen alleine zu treffen. Sie müssen den Mut haben, Kontrolle abzugeben und das Potential ihrer Teams zu erkennen und zu fördern. Mitarbeitende wiederum müssen sich aktiv einbringen, Verantwortung übernehmen und ihre Expertise einfließen lassen.

Führung heute bedeutet nicht mehr, die Richtung allein zu bestimmen – sondern Räume zu schaffen, in denen Menschen gemeinsam eine Richtung finden. Sie bedeutet, Vertrauen und Sinn zu stiften und den Weg der Co-Kreation zu gehen.

Was denkst du?

Wie viel „alte Schule“ steckt noch in unserer Führungskultur?
Und wie können wir die Transformation in unseren Organisationen weiter voranbringen?

Ich freue mich auf eure Gedanken und Erfahrungen zu diesem Thema.

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